
Liebe Ratskolleginnen und Kollegen,
Uns LINKEN wird vorgeworfen, wir hätten Anträge, die 20 Millionen kosten, wenn sie umgesetzt würden. Das stimmt nicht - mit unseren Anträgen gäbe es schon jetzt viele unsinnige Ausgaben nicht ! Nicht wir schmeißen das Geld raus.
Al/Grüne und SPD verschleudern Geld – nicht nur beim überbordenden Blumenschmuck – sondern natürlich bei den ganz großen Sachen wie :
Kohlekraftwerk in Brunsbüttel: wir wollen keine Kohle mehr für das Kohlekraftwerk Brunsbüttel ausgeben – 160 000 € hätte der Ausstieg vor 2 Jahren gekostet – wir waren für ein Ende mit Schrecken – jetzt wird’s ein Schrecken ohne Ende. Unser Oberbürgermeister Boris Palmer wurde schon im November 2011 von der Deutschen Umwelthilfe zitiert „ gegenüber dem Brancheninformationsdienst Dow Jones Energy erklärte Boris Palmer, der Bau neuer Kohlekraftwerke habe in Deutschland absolut keine Perspektive mehr, das gelte auch für das Vorhaben von Südweststrom in Brunsbüttel“. Warum hören wir dazu im Tübinger Gemeinderat nichts?
Außerdem wird jetzt schon im 11. Jahr ( seit 2002) für die Oberen Viehweide Technologie Park Tübingen-Reutlingen das Geld rausgeschmissen. In der Vorlage 224/2011 wird die Bezuschussung der Stadt insgesamt auf 7. 800.000 beziffert. 2012 nochmal 450 000 €. Die Gelder der Stadt für die Erschließungen und Bau kommen auf weitere mindestens 7 Millionen. Forschung und neue Firmengründungen sind ok, wollen wir nicht verhindern. Aber warum UKT /UNI – Ausgründungen aus dem Stadthaushalt finanzieren? Dass Mietbezuschussung aus dem Stadthaushalt notwendig war und immer noch ist - das ist ein gelungener Schwabenstreich von SPD/ AL/Grüne/CDU und FDP, die L- Bank freut sich, wie auch die UNI und das UKT.
Monatliche TTR Hochglanzbroschüren werden neuerdings auch noch ergänzt mit großen Plakaten an der Kreisgrenze Region Neckar-Alb: „Hier beginnt die Zukunft! Oh – Jesses, oh Jemine!
Die BIO REGIO STERN Mitgliedschaft kostet die Stadt jährlich 90 000€ und bringt nichts – das macht auch insgesamt eine Million im elften Haushaltsjahr .
Mit dem Einsparen der 12 000 € für die Standortagentur Tübingen-Reutlingen kämen nochmal 120 000€ in die Stadtkasse. Natürlich zahlen das die Tübinger Bürger mit z.B. Grundsteuerhöhungen und Erhöhungen Abwassergebühren.
Dann die „Parkhausverluste“ bei den automatischen Parkhäusern, von mehreren Millionen. Diese Entscheidungen waren mutwillig verschuldet und absolut unnötig- durch rechthaberische und blödsinnige Entscheidungen getragen von SPD, Grüne, FDP, CDU. Das Leerstehenlassen der Konzertpalastruine an der Blauen Brücke - bedingt dadurch auch die Verluste des Metropol Parkhauses durch diese Entscheidungen.
2012 sind nun 12 Mill. Mehreinnahmen in der Kasse. Wir möchten, dass die gesamten „Sparbeschlüsse“- die Minus 10 Prozent Projekte zurückgenommen werden. Diese Einsparungen wurden auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen. Die Aufgaben wurden nicht reduziert bei weniger Personal. Die Beschäftigten sind am Rande der Belastungen – das macht auf Dauer krank. So auch in der Stellungnahme des Personalrats vom 30.1. 2012 zu lesen. Da helfen dann auch keine Störfaktoren-Schnüffler namens CGIFOS, die das Betriebs-Klima messen und dafür 25 000€ kassieren.
Wir begrüßen, dass neues Personal für neue Aufgaben und Angebotserweiterungen eingestellt werden. Entlastung für die derzeit Beschäftigen gibt es jedoch nicht. Die Tübinger Bevölkerung bekommt das natürlich auch wieder ab mit unsozialen Kopfpauschalen-Abgaben ÖPNV, oder beim Schulessen wie bei den Verpflegungskosten in der Kinderbetreuung und bei den Parkgebühren.
(Deshalb jammern und picheln wir aber nicht – sondern hammern und sicheln!)
Besonders wichtig sind uns die Auszubildenden. Wir wollen, dass die Auszubildenden voll übernommen werden und nicht nach der Übernahme in „Zwangsteilzeit“ geschickt werden.
Wir haben große Achtung davor, dass es wenigstens bei den Handwerkern, namentlich dem Stadtratskollegen Steinhilber) Menschen gibt, die das eben so sehen und Vollzeitbeschäftigung wollen. CDU/FDP/Grüne/ und SPD sollten sich ‘ne Scheibe abschneiden bei solchen Unternehmern sozialen Schlages.
Tariferhöhungen und unbefristete Vollzeitstellen sind wichtig für alle Menschen. Die derzeitige Situation in Griechenland hat auch mit der einseitigen Exportausrichtung, vor allem in Ba Wü, zu tun. Aber auch die Binnenkonjunktur muss in Schwung kommen. Kaputtsparen ist der falsche Weg. Kommunen müssen Vorbild sein und jede Fremdvergabe im Reinigungsbereich ist Tarifflucht. Das bedeutet noch mehr Niedriglöhne von denen „Frau „ nicht existenzsichernd leben kann. Was sagt die Genderbeauftragte dazu? Wir sagen, dass die Schere zwischen Arm und Reich wieder geschlossen wird. Wir wollen dass niedrigschwellige Arbeitsplätze erhalten bleiben, von denen man leben kann.
Das Problem im Land sind nicht die zu hohen Löhne. Das Problem sind die ins Unermessliche steigende Vermögen. Hätten wir noch die Steuern wie unter Helmut Kohl, hätten die Kommunen 50 Milliarden mehr Einnahmen.
Die Grundsteuererhöhung sollte bei besserer Haushaltslage gesenkt werden, das wurde so auch versprochen. Davon ist jetzt nichts mehr zu hören. Auch das bedeutet Kaufkraftentzug von 1,5 Millionen . Euro und eine indirekte Mieterhöhung, weil diese Steuer auf die Mieter umgelegt werden darf. Es sind unsoziale Steuern nach Art einer Einwohnersteuer. Diese Steuer fördert den Wegzug ins Umland für Familien mit Kindern und kleinen Gewerbetreibenden und es trifft die Leute mit kleinem Geldbeutel. Es trifft auch die älteren MitbürgerInnen, die ihre Immobilie als Altersvorsorge nutzen. Sie entzieht Kaufkraft und der Kreis. Der trägt die Erhöhungen über mehr Unterkunftskosten / Nebenkosten und das ist ein Kreisumlage-Erhöhungsprogramm.
Und die Erzieherinnen sind uns wichtig.
Dringend müssen die ErzieherInnen wieder die bisherigen Verfügungszeiten von 9 Stunden wöchentlich bekommen. Wir wollen keine Aufbewahranstalten, sondern Bildungseinrichtungen. Ständige Arbeitsverdichtung macht das Personal krank und tut den Kindern nicht gut. Für die Spiel- und Bildungsmaterialien wollen wir die gestrichenen 7.500 € wieder haben. (Und auch die Rücknahme der 20% Erhöhung der Verpflegungsentgelte: 2,50€ statt 3,50 €.)
Und die Ausstattung der Sozialvereine ist ein Knackpunkt für uns.
Die Streichungen von 55.000 € für die Sozialvereine, Jugend und Gesundheit, sowie Gleichstellung und Integration werden nun vorerst ausgesetzt – da haben AL/Grüne/SPD/FDP auf den Druck und die Unterschriftensammlung der Vereine und wegen der Stimmung in der Bevölkerung reagieren müssen. Das ist gut so. Aber hallo – was soll jetzt der Prüfauftrag, der die Initiativen nach Doppelstrukturen durchforsten soll? Das ist lächerlich, bei Aids Hilfe, Arbeitskreis Leben oder Asylzentrum – wo gibt’s da was doppelt? Was wollt Ihr denn da noch kaputtsparen, werte StadträtInnen von Al/Grüne, SPD, FDP.
Wir wollen eine 10% Erhöhung für die „Sozialvereine“, d.h. im Bereich Soziales, Jugend und Gesundheit sowie Gleichstellung und Integration. Die Zuschüsse waren von 2009 bis 2011 ohne Dynamisierung festgeschrieben. In dieser Zeit mussten die Vereine sämtliche Kostensteigerungen, neben den Tariferhöhungen beim Personal von rd. 6% ( bisher ohne die Tariferhöhungen 2012 gerechnet) voll übernehmen.
Wir wollen die Kürzungen von 2011 auch im Kulturbereich aufheben. Der Klein-Zuschuss für das Friedensplenum e.V. muss wieder rein. Aktive Antikriegsarbeit ist ein wichtiger, auch kultureller Beitrag. Der Kulturbereich braucht dazu ebenso eine 10% Erhöhungen zum Ausgleich der erfolgten Kostensteigerungen, um die dringendsten Anforderungen der oft ums Überleben kämpfenden Initiativen erfüllen zu können.
Kultur – und soziale Standards sind wichtige Werbefaktoren für Tübingen, da können wir uns teure Werbung sparen. Die kulturelle – und soziale Vielfalt macht Tübingen aus.
Deshalb beantragen wir auch, die Nutzung des Tübinger Schloßhofes mit Tübinger Fass wieder möglich zu machen. Es ist ein Jammer, dass Tübingen darauf verzichtet, seine besten Pfunde zu nutzen. Die Fledermäuse werden das überleben. Hier besteht ein toller Rahmen für Veranstaltungen im Freien – andere Städte würden sich die Finger danach schlecken das zu nutzen für Kulturveranstaltungen und als Angebot für die hiesigen Schulen.
Das wäre doch ein sinnvoller Prüfauftrag: was geht der Stadt durch die Lappen, weil sie ihre besten Stücke Marktplatz und Schloßhof zu wenig für Kulturveranstaltungen nutzt.
Und wenn hier schon von Prüfaufträgen die Rede ist: prüfen wir doch, was tatsächlich unnötig oder doppelt vorhanden ist:
Wir wollen einen Prüfauftrag nach Doppelstrukturen bei der WIT GmbH und bei den persönlichen Referenten der Bürgermeister, wo es neben Sekretariaten noch zusätzlich persönliche ReferentInnen gibt.
Wir haben so tolle Bürgermeister, da brauchen wir diese Doppel-Strukturen nicht.
Wir haben den Oberbürgermeister Boris Palmer, der auch als Wirtschaftsbürgermeister fungiert. Deshalb stellen wir fest: Wirtschaftsbürgermeister plus fittes Stadtplanungsteam mit Liegenschaftsmanagement und Baubehörde macht die WIT GmbH überflüssig. Deshalb: Streichen der 300 000 € für die WIT GmbH und die Wirtschaftsfachleute in die Fach-Ausschüsse berufen.
Nächster Prüfauftrag – dass das Uhlandbad geöffnet bleibt, solange das Hallenbad Nord saniert wird.
Wenn das Hallenbad Nord von Mai bis Oktober wegen Sanierungsarbeiten geschlossen wird - kann das Uhlandbad über die Sommerzeit nicht auch noch dicht gemacht werden. Der Verweis auf das Freibad ist nicht stimmig.
Das Freibad kann nicht von allen Menschen genutzt werden. Oft auch nicht von Seniorinnen und Senioren, die z.B. aufgrund rheumatischer Erkrankungen auf Warmwasser und Warmwassergymnastik angewiesen sind.
Durch die neue Kreisbonuscard „spart“ der Tübinger Haushalt 140 000 € ein. Wir möchten dass die 140 000 Euro weiter eingesetzt werden für Schulessen, Verpflegung in der Kinderbetreuung, Bildung, Mobilität für Kinder. Auch noch für Erwachsene, deren Einkommen bei ca.20% über Hartz IV Niveau liegt. Entsprechend der Einkommensstufen der alten Tübinger Bonuscard.
Begründung: Es kann nicht sein, dass durch das Teilhabe-Bildungsgesetz der Bundesregierung sich die Situation für TübingerInnen verschlechtert, deren Einkommen etwas über dem Hartz IV Satz liegen. Das ist demotivierend.
Wir freuen uns, dass die SPD sich wieder besinnt und beim Schulessen wie wir wieder die 80 Cent Bezuschussung möchte.
Auch der Sportplatz in Bühl wird von uns unterstützt.
Der Topf für barrierefreien Maßnahmen soll mit 10 000€ entsprechend dem Antrag des Koordinationstreffen Tübinger Behindertengruppen wieder aufgestockt werden.
Der Zirkuswagen, den die CASA KitaNa in der Hegelstrasse 7 für fünf Ü 3 Plätze angemietet haben - unterstützen wir. Die Stadtratskollegen der WUT haben dies auch erkannt. Da ist was offenbar kommunikativ schief gelaufen. Das – so denken wir – ist heilbar.
Beim Eigenbetrieb Kommunale Servicebetriebe: wollen wir die externen Berater sofort und nachhaltig vor die Türe setzen. Begründung: In den Jahren 2010 und 2011 wurden insgesamt 12 Personalstellen nicht wiederbesetzt. Dafür gibt es jetzt externe Berater, die ermitteln sollen, wie viel Personal gebraucht wird. Das ist überflüssig. Uns ist es wichtig, Arbeitsplätze auch für handwerklich qualifizierte Menschen zu schaffen und weniger qualifizierte Arbeitsplätze und zu erhalten.
Die antragstellenden Organisationen in der Vorlage 807/ 2011 werden von uns unterstützt.
Zusammenfassend: Unsere Knackpunkte sind:
Erhöhung der Bezuschussung der Sozial und Kulturvereine, die Erhöhung der Verfügungszeiten für die ErzieherInnen und die Vollzeitbeschäftigung nach Übernahme der Auszubildenden.
Vielen Dank für die Aufmerksamkeit.