Vorspann: Genug gespart - Krisenzeiten erfordern antizyklisches Handeln
Seit Jahren werden die Städte und Gemeinden finanziell ausgeblutet. Ein weiterer Schlag wurde ihnen mit dem unsozialen Wachstumsbeschleunigungsgesetz der Bundesregierung verabreicht, mit dem die Besserverdienenden beschenkt und die öffentlichen Haushalte geplündert wurden. Wir wollen den Druck auf Bund und Land erhöhen. Einen Teil der nicht verwendeten Gelder für die Bankenrettung an die Kommunen zu geben, wie dies in den USA geschieht.
Seit Jahren werden die Städte und Gemeinden finanziell ausgeblutet.
Deshalb braucht es auf Landesebene ein Zukunfts-Investitionsprogramm für Bildung, Kinderbetreuung, Umweltschutz und den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs! Sozial ist, was Kaufkraft schafft.
Wir wollen nicht in vorauseilendem Gehorsam die kommunalen Steuern und Gebühren erhöhen und folgen dabei dem Ulmer OB Ivo Gönner (SPD).
Der Weg aus der Krise erfordert auch eine Neuverschuldung im städtischen Haushalt. Den Schulden stehen schließlich Werte gegenüber, zum Beispiel bei den Investitionen in die ökologische Sanierung von Gebäuden. Das rechnet sich langfristig. Investitionen in die Kinder und die Bildung sind unser Zukunftskapital. Die Investitionen in Tübingen sind immer noch doppelt so hoch wie die Neuverschuldung. Im Jahr 2008 war Tübingen schuldenfrei. Tübingen hatte mehr Geld ( Rücklagen) als Schulden. Die Schulden wurden nicht getilgt, weil die Stadt für das kurzfristig angelegte Geld mehr Zinsen bekam als sie für die Kredite zahlen musste. Dann kam die Bankenkrise mit ihren Folgen für die Realwirtschaft. Jetzt geht es um den richtigen Weg aus der Krise.
Deshalb für Tübingen:
- Keine Grundsteuererhöhung B
von 475 auf 560 Hebesatz (Reutlingen 375 auf 450 ) das sind 17,9% und es sind unsoziale Steuern nach Art einer Einwohnersteuer.
Begründung: Die Steuer wird an die Mieter weitergegeben und fördert den Wegzug ins Umland für Familien mit Kindern und kleinen Gewerbetreibenden und es trifft die Leute mit kleinem Geldbeutet. Es trifft auch die älteren MitbürgerInnen, die ihre Immobilie als Altersvorsorge nutzen. Sie entzieht zwei Millionen Kaufkraft und der Kreis trägt die Erhöhungen über Unterkunftskosten / Nebenkosten und ist ein Kreisumlage-Erhöhungsprogramm!
Unser NEIN zur Erhöhung der Grundsteuer soll die Abwanderung in das Umland von Tübingen ausbremsen, die Pendlerbelastung zum Arbeitsplatz verringern, die Steuerkraft Tübingens durch steigende Einwohnerzahlen und Gewerbeansiedlung stärken.
- Altenhilfe Tübingen gGmbH:
die durch die Rechtsformänderung 2002 überlassene 120 000 € Zinsbelastung übernimmt die Stadt. Die AHT braucht diese finanzielle Entlastung und sie braucht mehr Personal! Wir wollen keine Akkordpflege. Wir wollen mehr Zeit für Zuwendung. Auch der Toilettengang darf nicht mit Verweis auf die Windeleinlagen ausfallen wegen ständiger Personalnot! Das ist menschenunwürdig.
- Personal: die 6 monatige Wiederbesetzungssperre aufheben.
Begründung: sie ist in den meisten Fällen nicht umsetzbar. Die Stadt sollte diese beschäftigungsfeindliche Symbolik beenden und ein aktives Zeichen für mehr Beschäftigung setzen. Genauso muss die 10% Budgetkürzung aufgehoben werden, da sie überwiegend nicht machbar ist. Beschäftigte sind am Rand der Belastung und das macht auf Dauer krank.
Personaleinsparungen allenfalls oben:
Persönliche ReferentIn bei Ablauf Bau-BürgermeisterIn – soll mit einem KünftigWegfallend-Vermerk versehen werden.
24 Monate Übernahme Begründung: Jugendarbeitslosigkeit, Öffentlicher Dienst muss weiter attraktiv sein. Als großer öffentlicher Arbeitgeber hat die Stadtverwaltung eine soziale Verpflichtung, junge Menschen nach der Ausbildung nicht in die Arbeitslosigkeit zu entlassen.
Streichen der Personalstelle: Gebührenkalkulation 0,25 Stelle FB Familien, Schule, Sport, Soziales. Statt einem komplizierten Gebührensystem mit hohem bürokratischen Verwaltungsaufwand fordern wir eine vereinfachte Zugangsmöglichkeit zu niedrigen Preisen:
Ersatzweise ein unkompliziertes Gebührensystem bei der Kinderbetreuung: bis 20400 Euro Jahreseinkommen frei und Einkommensschritte in 1000 er Schritten ( keine 10 000 er Schritte) und lineare Gebührentabelle.
Umwidmung von Personalstellen:
- S. 124 HH Stelle 4000; zwei Stadt-Sheriffs werden ersetzt durch Streetworker. Es schadet Tübingen wenn mit der Kontrolle übertrieben wird, wir wollen einen Sozialstaat keinen Überwachungsstaat.
Mehr Schulsozialarbeiter, mehr Personal in den Ganztagsschulen. Vorbeugen ist klüger und preiswerter als nachher ein Leben lang für die sozialen Folgekosten aufzukommen.
Keine Fremdvergaben im Reinigungsbereich (z.B. Schulen), muss Eigenreinigung bleiben. Begründung: unsichere Frauenarbeitsplätze, Niedriglohn, mehrere Jobs notwendig um leben zu können. Falsche Integrationsarbeit !
-S. 186 Zuschuss Afro Brasil streichen, wenn’s nicht stattfindet – dafür für Städtepartnerschaft Moshi, Tansania
- S.190 HH 5812 Anschaffung von Büchern 185 000€ erhalten - keine Streichung von 35 000 € –sind gute Schulden – Bildungsstadt Tübingen
Keine Erhöhung von Benutzungsgebühren und Mahngebühren bei der Stadtbücherei.
-Keine Erhöhung der Kinderbetreuungsgebühren; Erstes Kindergartenjahr gebührenfrei – Bildungsinvestitionen sind gute Schulden.
Aufzugseinbau im Rathaus in Hagelloch – Barriere frei.
Kostenlose Monatstickets für Flüchtlinge im Stadtverkehr Tübingen :
Es handelt sich um ca. 80 Flüchtlinge, die in Weilheim untergebracht. Bargeldleistungen wurden seit 1993 nicht mehr erhöht. Jugendliche und Erwachsene über 14 Jahre erhalten 40,90 Euro und Kinder bis 14 Jahren erhalten 20,45 € Barleistung. Von diesem Geld ist es nicht möglich, ein Monatsticket für Bonuscard-Berechtigte zu kaufen.
Dies wäre Sozial Sponsering und Werbung für den Naldo. Die Busse wären besser ausgelastet. Außerdem dient dies der Mobilität der Betroffenen.
Die Stadt muss auch die 27. 200 € übernehmen S. 223 Mehrbelastung bei der Sportförderung durch die neuen Entgeltrichtlinen. Bei dieser Mehrwert-Steuer-Option war zugesagt, dass die Vereine 1: 1 ausgeglichen werden! So war’s ausgemacht, die Vereine machen viele ehrenamtliche Integrationsarbeit. Die Vereine haben unter der Voraussetzung zugestimmt. Die Vereine brauchen Verlässlichkeit.
Notwendige Bänke aufstellen beim „Platz an der Burse“.
Alle Sozial- und Kulturinitiativen mit Vertrag bekommen die Tariferhöhung (TvÖD) 2010.
Alle Sozial – und Kulturinitiativen ohne Vertrag bekommen die Tariferhöhung.
Begründung: um die dringendsten Anforderungen der oft ums Überleben kämpfenden Initiativen erfüllen zu können. Kultur- und soziale Standards sind Werbefaktoren für Tübingen, da können wir uns eine teure Pressearbeit ersparen.
Prüfen ob die gesplittete Abwassergebühr wieder abgeschafft werden kann. Einsatz von Personal zur Waffenüberwachung.
Erhöhung des Personalschlüssels der Erzieherinnen in der Kinderbetreuung von 1,75 auf 2 (Gruppengröße 20), U 3 Personalschlüssel 1 ErzieherIn auf 5 Kinder. Die Aussage 1,92 in Vorlage 18/2010 ist Etikettenschwindel und nicht nachvollziehbar.
Weiterer Ausbau der Kinderbetreuung Begründung: „ Das Ziel Tübingens kann nicht sein die Einäugige unter den Blinden zu sein sondern den real vorhandenen Bedarf an Kinderbetreuung zu erfüllen“ Zitat Boris Palmer MdL zur Argumentation der Tübinger Stadtverwaltung 2003 , dass der Betreuungsstand in Tübingen im baden-württembergischen Vergleich über dem Durchschnitt liege. „Dies sei eine Argumentation der er nicht folgen kann“.( aus Gläsernes Rathaus 28. Jahrgang Nr. 1 Argumentationshilfe der Linken für mehr Kinderbetreuung)
Wir beteiligen uns nicht an der Einsparorgie und nicht an den Forderungen nach heftigeren Grausamkeitslisten. Trotzdem gibt es ein paar wunde Punkte. Hier könnte die Stadt einsparen. Die Kunsthalle bekommt pro Jahr für Personalkosten 360 000 € ob sie dafür Leute beschäftigt oder nicht.
Kunsthalle: Zurückzahlen der Differenz der Stiftungsgelder und den tatsächlich entstandenen Personalkosten ca. 1 Mill. – Streichen S. 180 HH Zuschüsse an Stiftung Personalkostenpauschale 360 000 € -siehe unser Antrag vom 22.10.2009 – nur noch tatsächliche Personalkostenerstattung.
S. 367 Streichen: Projektsteuerer Änderung der Verkehrsführung beim Zinser-Dreieck 100.000 €
S.265 Streichen: alle Zuschüsse BioRegio-STern 83 000€ + Wirtschaftsförderung 100 000€, Standortagentur – Neckar-Alb 11.400€, Förderung der Biotechnologie 1.000€ und die Mietzuschüsse der Technologieförderung mit den jährlichen Folgekosten.
Die Subventionierung der L- Bank aus dem Verwaltungshaushalt ist nach den Vorfällen obszön!
Der unmögliche Zustand dass die Stadt (Jahre zuvor 1 Million €/ 08: 600.000€/ 09: 355.000€) 2010 noch immer 322.000€ jährlich verliert durch die Mietgarantien aus dem Verwaltungshaushalt für das Technologieparkgebäude muss dieses Jahr abgestellt werden. Das muss in den heutigen Zeiten oberste Priorität für den OB haben. Dazu kann der Zweck von der reinen Fixierung auf Biotechnologie auf einen Technologiepark für alle Zukunftstechnologien erweitert werden ( Solar, Biorohstoffe). Dann wäre es sicher auch möglich, dass die L-Bank und die TTR selbst das Vermietungsrisiko übernimmt wie in Reutlingen.
Stadtwerke: Wir wiederholen unseren Antrag: Der Gemeinderat weist die Tübinger Stadtwerke an, den Tübingern, die sich langfristig an die Stadtwerke binden eine Bestpreis-Garantie für Strom, Gas und Wasser anzubieten. Begründung: Keine Schwächung der Kaufkraft durch überzogene Gebührenerhöhungen. Das Wachstum der Binnennachfrage darf nicht abgewürgt werden.
Französische Filmtage – es besteht keine kooperative Zusammenarbeit mit dem Geldgeber Stadt – deshalb gGmbH (entsprechend wie beim Zimmertheater).
S. 352 Holderfeld 908 000€ in 2010 – Integrationsarbeit mit Kindern und Jugendlichen
Was nichts oder kaum etwas kostet, möchten wir an dieser Stelle zum wiederholten Male anmahnen:
· wer will, erhält die Gemeinderatsvorlagen per Email zugesandt, das spart Papier.
· Im Gemeinderat erhält jede Fraktion einen Netzanschluss für Laptops.
· Das Tübinger Gemeinderats Informationssystem wird aktualisiert allen Gemeinderäten auf DVD zur Verfügung gestellt ( alle Unterlagen von 1991 bis 2009) .
· Die Gemeinderatsprotokolle und alle Vorlagen ( Ausnahme: Personalsachen und Angebotsdetails) werden ins Internet gestellt.
· Auch die Vorberatungen und die Aufsichtsräte tagen öffentlich, wie es das Informationsfreiheitsgesetz vorsieht ( Wir haben nichts zu verbergen).