Mehr soziale Stadt

Mittwochsspalte - 17.01.2007 - Traudel Horn-Metzger

edeltraud_horn_metzgerDie Haushaltsberatungen 2007 beginnen. Die Grundsteuererhöhung B steht erneut zur Disposition. Die TÜL-L war gegen diese Erhöhung, nicht nur aus reiner Liebe zum schwäbischen Hausbesitzer, sondern wohl wissend, dass die meisten Vermieter diese Steuer an ihre Mieter weitergeben. Zusammen mit steigenden Energiekosten und den hohen Mieten in Tübingen werden die monatlichen Belastungen immer höher. Nichts desto trotz flatterte der Grundsteuererhöhungsbescheid Anfang Januar ins Haus. Diese Aktion hat, so wurde mir berichtet, ca. 15000 Euro gekostet. Falls die Grundsteuererhöhung in dieser Höhe kippt, müssen neue Bescheide versandt werden. Warum hat die Verwaltung mit der Verschickung der Bescheide nicht gewartet? Sind wir in Schilda?
Der Bildungsbericht für Tübingen weist auf abnehmende Schülerzahlen gerade an Hauptschulen hin. Statt Klassen zusammenzulegen (neudeutsch: Integrationsklassen) oder wohnortnahe Standorte aufzugeben, könnte Tübingen die sich bietende Chance nutzen und innovative Konzepte in Angriff nehmen. Durch Kooperation mit weiterführenden Schulen in Form durchlässiger Kurssysteme und kleineren Lerneinheiten könnte Tübingen auch Bildungsstadt für sozial- und bildungsbenachteiligte Schüler und Schülerinnen sein.

Wenn es möglich war, als Modellversuch separierte Hochbegabtenklassen einzurichten, dann kann nun ein Schritt in die Richtung Aufhebung des pädagogischen Dinosauriers „Dreigliedriges Schulsystem“ getan werden. Das wissenschaftliche Potential zur Konzeption solcher Modelle sitzt ja in Tübingen um die „Ecke“ in der Universität. Zur Bildung zählt natürlich auch die „Volksbildung“, die gerne etwas vernachlässigt wird. Doch lebenslanges Lernen findet nicht in der Grundschule statt. Deswegen darf die Volkshochschule bei notwendigen Renovierungen nicht im „Regen“ stehen gelassen werden.

Anpassung der Mietobergrenzen an die Mietpreisrealität Tübingens für Hartz IV-BezieherInnen und eine Naldo-Card entsprechend der Regelungen wie bei Studierenden wären ein gutes Zeichen hin zu mehr sozialer Stadt. Gerade alleinerziehende Mütter und Väter oder ältere Langzeitarbeitslose (die in der Regel kein Auto besitzen) könnten sich dann mal einen Sonntagsausflug nach Sigmaringen an der Donau leisten.

Und noch was. Bei der letzten Aufsichtsratssitzung der GWG, wo es um Sanierung von städtischen Wohnungen ging, stieß meine Anregung, doch die Sonne zu nutzen, wenn z.B. Dach und Heizung erneuert werden, auf kein Interesse. Auch AL/Grüne im Aufsichtsrat haben mich da nicht unterstützt. Doch Grund zur Hoffnung besteht! Nachdem der neue OB im Amt ist, könnte die Devise sein: Nun scheint die Sonn ohn' Unterlass - Gemeinsam mit dem Sonnenkönig zur sozialen Solarstadt Tübingen.

Gläsernes Rathaus

DIE LINKE. in Tübingen

Linksjugend ['solid]

Heike Hänsel (MdB)

Tobias Pflüger (MdEP)

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