Nicht die Hauptschüler will die CDU stärken, sondern die Hauptschule
Leserbrief - 28.06.07 - Emanuel Peter
Frau Friesch bringt es auf den Punkt: Nicht die Hauptschüler will die CDU stärken, sondern die Hauptschule. Seit 40 Jahren „reformiert“ die CDU die Hauptschule und ist damit gescheitert. 8.000 bis 9.000 Hauptschüler verlassen jährlich trotz großen Engagements der Lehrer die Schule ohne Schulabschluss, 20 Prozent können nicht ausreichend lesen und rechnen, haben keine Chance auf eine Lehrstelle. Sie werden in „Warteschleifen“ abgeschoben, das schönt die Statistik.
Gegen die Reformunfähigkeit der CDU haben 96 Rektoren aus Oberschwaben einen öffentlichen Brandbrief verfasst. 40 Rektoren aus Tübingen/Reutlingen und 51 Rektoren aus dem Landkreis Esslingen sowie 20 Gruppierungen unterstützen sie, unter anderem aus Industrie und Handwerk.
Der Minister kneift feige vor der Diskussion und verweist auf den „Dienstweg“. Ein Armutszeugnis für unsere Demokratie! Offensichtlich kann die CDU weder Hochdeutsch noch Geschichte noch Bildung. Hatte doch Oettinger in seiner berüchtigten Filbinger-Rede den Verstorbenen besonders wegen dessen weitsichtiger Bildungspolitik, seiner „Absage an die Gesamtschule“, gelobt.
Es überzeugt alle, wenn der Rottenburger Rektor Diehl endlich die GEW-Forderung nach Senkung des Klassenteilers unterstützt und sein CDU-Parteifreund Tappeser im Landtag mit seiner Fraktion die Streichung von 900 Lehrerstellen und die Kürzung von Landesmitteln für Ganztagsschulen beschließt.
Der Tübinger Pädagogik-Professor Hermann kritisiert seit langem den „kruden Sozialdarwinismus“ des dreigliedrigen Bildungssystems und fordert ein gemeinsames Lernen in einer Gemeinschaftsschule bis zur zehnten Klasse. (...).: „Sie individualisiert, fördert Stärken, toleriert Schwächen; es interessiert, was Kinder können, und nicht das, was sie nicht können.“ Wenn die CDU sich nicht endlich bewegt, wird aus der Krise der „Restschule“ eine Krise des gesamten Schulsystems – und die CDU zum Auslaufmodell.
Dr. Emanuel Peter, Rottenburg
Frau Friesch bringt es auf den Punkt: Nicht die Hauptschüler will die CDU stärken, sondern die Hauptschule. Seit 40 Jahren „reformiert“ die CDU die Hauptschule und ist damit gescheitert. 8.000 bis 9.000 Hauptschüler verlassen jährlich trotz großen Engagements der Lehrer die Schule ohne Schulabschluss, 20 Prozent können nicht ausreichend lesen und rechnen, haben keine Chance auf eine Lehrstelle. Sie werden in „Warteschleifen“ abgeschoben, das schönt die Statistik.
Gegen die Reformunfähigkeit der CDU haben 96 Rektoren aus Oberschwaben einen öffentlichen Brandbrief verfasst. 40 Rektoren aus Tübingen/Reutlingen und 51 Rektoren aus dem Landkreis Esslingen sowie 20 Gruppierungen unterstützen sie, unter anderem aus Industrie und Handwerk.
Der Minister kneift feige vor der Diskussion und verweist auf den „Dienstweg“. Ein Armutszeugnis für unsere Demokratie! Offensichtlich kann die CDU weder Hochdeutsch noch Geschichte noch Bildung. Hatte doch Oettinger in seiner berüchtigten Filbinger-Rede den Verstorbenen besonders wegen dessen weitsichtiger Bildungspolitik, seiner „Absage an die Gesamtschule“, gelobt.
Es überzeugt alle, wenn der Rottenburger Rektor Diehl endlich die GEW-Forderung nach Senkung des Klassenteilers unterstützt und sein CDU-Parteifreund Tappeser im Landtag mit seiner Fraktion die Streichung von 900 Lehrerstellen und die Kürzung von Landesmitteln für Ganztagsschulen beschließt.
Der Tübinger Pädagogik-Professor Hermann kritisiert seit langem den „kruden Sozialdarwinismus“ des dreigliedrigen Bildungssystems und fordert ein gemeinsames Lernen in einer Gemeinschaftsschule bis zur zehnten Klasse. (...).: „Sie individualisiert, fördert Stärken, toleriert Schwächen; es interessiert, was Kinder können, und nicht das, was sie nicht können.“ Wenn die CDU sich nicht endlich bewegt, wird aus der Krise der „Restschule“ eine Krise des gesamten Schulsystems – und die CDU zum Auslaufmodell.
Dr. Emanuel Peter, Rottenburg
frederic - 2007/06/28 07:33
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