Gerhard Bialas geht nach 30 Jahren in den Ruhestand
Schwäbisches Tagblatt vom 14.10.2005:
Neuer Lebensabschnitt
Gerhard Bialas gibt seine kommunalen Ämter ab
TÜBINGEN (ran). Für die DKP und zuletzt für die TÜL/PDS war er zwei Jahrzehnte Mitglied des Kreistags und sogar dreißig Jahre im Tübinger Gemeinderat. Das ist genug, findet Gerhard Bialas, der künftig freier über seine Zeit verfügen will. Der 74-Jährige hat für beide Gremien seinen Rücktritt eingereicht.
Der Rückzug des Herzblut-Kommunalpolitikers Gerhard Bialas wird sich in zwei Akten vollziehen. Zunächst verlässt der Gärtnermeister im Ruhestand den Kreistag. Er hat Landrat Joachim Walter geschrieben, dass er in der Sitzung am 26. Oktober ausscheiden und bei dieser Gelegenheit auch einige Abschiedsworte sprechen will. An diesem Tag soll der Haushalt für das nächste Jahr eingebracht werden – eine gute Gelegenheit für seinen Nachfolger, sich einzuarbeiten, findet Bialas. Da die Nächstplatzierte auf der Liste, Brigitte Jahn, das Kreistagsmandat krankheitshalber nicht annehmen kann, rückt der Linkspartei-Landessprecher Bernhard Strasdeit nach.
Dem Gemeinderat wird Bialas wohl noch bis Anfang Dezember angehören. Ursprünglich wollte er schon einen Monat früher ausscheiden – doch zunächst muss die Verwaltung klären, wer für ihn nachrückt. Eigentlich wäre das Heike Hänsel, sie wurde jedoch in den Bundestag gewählt. Wenn sie erwartungsgemäß absagt, kommt Edeltraud Horn-Metzger zum Zug. „Ich überlasse das dem Verwaltungs-Prozedere“, sagt der Hobby-Imker.
Für seine dreißigjährige Gemeinderats-Arbeit bekam der Kommunist, der seit Jahrzehnten vom Verfassungsschutz beobachtet wird, im Januar die Goldene Ehrennadel. Wegen seines Alters und seiner langjährigen Tätigkeit brauchte er für den Wunsch, von seinen Wahlämtern entbunden zu werden, keine besondere Begründung. Er finde, dass sich jetzt Jüngere „in das harte Brot der Kommunalpolitik“ einarbeiten sollten, sagte er uns. Ziel seiner Kandidatur sei es stets gewesen, die Linke zu stärken und zu einigen. Das sei jetzt auch im Kreistag geschafft, dem erstmals zwei TÜL/PDS-Räte angehören: „Auf diesem Höhepunkt der Linken auch bei der Bundestagswahl konnte ich mich ganz leicht entschließen zu gehen.“
Er scheide ja nicht im Zorn und habe sich nicht mit seiner Fraktion überworfen, sagt Bialas, der bei Wahlen stets mit Abstand Stimmenstärkster seiner Liste war. Auf Wunsch könne er weiter Ratgeber sein. Auch die Arbeit im Verein und in der Bürgerinitiative Weststadt wolle er fortsetzen. Ansonsten erhofft sich der 74-Jährige einfach mehr Zeit für die Imkerei oder die Alpenbotanik, für seine Frau und seine Familie: „Man ist in den Gremien halt schon verplant“, findet er.
Neuer Lebensabschnitt
Gerhard Bialas gibt seine kommunalen Ämter ab
TÜBINGEN (ran). Für die DKP und zuletzt für die TÜL/PDS war er zwei Jahrzehnte Mitglied des Kreistags und sogar dreißig Jahre im Tübinger Gemeinderat. Das ist genug, findet Gerhard Bialas, der künftig freier über seine Zeit verfügen will. Der 74-Jährige hat für beide Gremien seinen Rücktritt eingereicht.
Der Rückzug des Herzblut-Kommunalpolitikers Gerhard Bialas wird sich in zwei Akten vollziehen. Zunächst verlässt der Gärtnermeister im Ruhestand den Kreistag. Er hat Landrat Joachim Walter geschrieben, dass er in der Sitzung am 26. Oktober ausscheiden und bei dieser Gelegenheit auch einige Abschiedsworte sprechen will. An diesem Tag soll der Haushalt für das nächste Jahr eingebracht werden – eine gute Gelegenheit für seinen Nachfolger, sich einzuarbeiten, findet Bialas. Da die Nächstplatzierte auf der Liste, Brigitte Jahn, das Kreistagsmandat krankheitshalber nicht annehmen kann, rückt der Linkspartei-Landessprecher Bernhard Strasdeit nach.
Dem Gemeinderat wird Bialas wohl noch bis Anfang Dezember angehören. Ursprünglich wollte er schon einen Monat früher ausscheiden – doch zunächst muss die Verwaltung klären, wer für ihn nachrückt. Eigentlich wäre das Heike Hänsel, sie wurde jedoch in den Bundestag gewählt. Wenn sie erwartungsgemäß absagt, kommt Edeltraud Horn-Metzger zum Zug. „Ich überlasse das dem Verwaltungs-Prozedere“, sagt der Hobby-Imker.
Für seine dreißigjährige Gemeinderats-Arbeit bekam der Kommunist, der seit Jahrzehnten vom Verfassungsschutz beobachtet wird, im Januar die Goldene Ehrennadel. Wegen seines Alters und seiner langjährigen Tätigkeit brauchte er für den Wunsch, von seinen Wahlämtern entbunden zu werden, keine besondere Begründung. Er finde, dass sich jetzt Jüngere „in das harte Brot der Kommunalpolitik“ einarbeiten sollten, sagte er uns. Ziel seiner Kandidatur sei es stets gewesen, die Linke zu stärken und zu einigen. Das sei jetzt auch im Kreistag geschafft, dem erstmals zwei TÜL/PDS-Räte angehören: „Auf diesem Höhepunkt der Linken auch bei der Bundestagswahl konnte ich mich ganz leicht entschließen zu gehen.“
Er scheide ja nicht im Zorn und habe sich nicht mit seiner Fraktion überworfen, sagt Bialas, der bei Wahlen stets mit Abstand Stimmenstärkster seiner Liste war. Auf Wunsch könne er weiter Ratgeber sein. Auch die Arbeit im Verein und in der Bürgerinitiative Weststadt wolle er fortsetzen. Ansonsten erhofft sich der 74-Jährige einfach mehr Zeit für die Imkerei oder die Alpenbotanik, für seine Frau und seine Familie: „Man ist in den Gremien halt schon verplant“, findet er.
Anton Brenner - 2005/10/22 20:10
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