Legendäre Etatreden - Gerhard Bialas verabschiedete sich vom Kreistag
[Schwäbisches Tagblatt - 28.10.2005]
KREIS TÜBINGEN (ran). „Die Tübinger Polit-Szene ist um ein Original ärmer“: Als Tübingens Landrat Joachim Walter am Mittwoch Gerhard Bialas aus dem Kreistag entließ, war dem scheidenden TÜL/PDS-Kreisrat durchaus Wehmut anzumerken.
Der frühere Gärtnermeister gehörte dem Gremium – mit einer Amtszeit Unterbrechung – 21 Jahre lang an. Der 74-Jährige will im Dezember auch seinen Sitz im Tübinger Gemeinderat niederlegen (wir berichteten).
„Legendär sind seine Haushaltsreden“, sagte Landrat Joachim Walter. Legendär, weil Gerhard Bialas in ihnen stets den Zusammenhang zwischen Rüstungs- und Kreispolitik betonte. Vor fünf Jahren habe er sich auch in einer „dynamischen Haushaltsrede“ erfolgreich für einen 10000-Mark-Zuschuss an den Imkerverein eingesetzt. Er habe sich immer „deutlich und unmissverständlich“ geäußert, erinnerte sich Walter, dem besonders der Vorwurf „Jobkiller“ gegenwärtig geblieben war.
Die Positionen von Bialas seien „immer engagiert, meist präzise prognostizierbar, meist randständig in diesem Gremium und immer authentisch“ gewesen, würdigte Grünen-Sprecher Gerd Hickmann seinen Kreistags-Kollegen: „Wie oft haben wir den Jäger 90 als Deckungsvorschlag bei den Haushaltsberatungen gehört.“ Mit dem Abschied von Bialas gehe „irgendwie auch die Nachkriegszeit im Kreistag“ zu Ende.
Er gehe „voller Lust und Lebensfreude darüber, dass ich künftig bei herrlichem Sonnenlachen nicht mehr termingebunden in Makulaturen von Haushaltspleiten rumblättern muss“, sagte Hobby-Imker Bialas. Sein Appell an die Zurückbleibenden: Sie sollten Selbsthilfeeinrichtungen nach Kräften unterstützen und den Sozialbericht fortschreiben. Dann werde sich „endlich die Erkenntnis Bahn brechen, dass Geld nicht für Bomben, sondern für Bildung und ein menschenwürdiges Leben für alle einzusetzen ist“.
Für Gerhard Bialas rückte Bernhard Strasdeit in den Kreistag, in den Sozial- und Kulturausschuss und stellvertretend in den Verwaltungs- und Technischen Ausschuss nach. Außerdem gehört er der Kommission „Unser Dorf soll schöner werden“ an, deren Arbeit derzeit allerdings ruht.
KREIS TÜBINGEN (ran). „Die Tübinger Polit-Szene ist um ein Original ärmer“: Als Tübingens Landrat Joachim Walter am Mittwoch Gerhard Bialas aus dem Kreistag entließ, war dem scheidenden TÜL/PDS-Kreisrat durchaus Wehmut anzumerken.Der frühere Gärtnermeister gehörte dem Gremium – mit einer Amtszeit Unterbrechung – 21 Jahre lang an. Der 74-Jährige will im Dezember auch seinen Sitz im Tübinger Gemeinderat niederlegen (wir berichteten).
„Legendär sind seine Haushaltsreden“, sagte Landrat Joachim Walter. Legendär, weil Gerhard Bialas in ihnen stets den Zusammenhang zwischen Rüstungs- und Kreispolitik betonte. Vor fünf Jahren habe er sich auch in einer „dynamischen Haushaltsrede“ erfolgreich für einen 10000-Mark-Zuschuss an den Imkerverein eingesetzt. Er habe sich immer „deutlich und unmissverständlich“ geäußert, erinnerte sich Walter, dem besonders der Vorwurf „Jobkiller“ gegenwärtig geblieben war.
Die Positionen von Bialas seien „immer engagiert, meist präzise prognostizierbar, meist randständig in diesem Gremium und immer authentisch“ gewesen, würdigte Grünen-Sprecher Gerd Hickmann seinen Kreistags-Kollegen: „Wie oft haben wir den Jäger 90 als Deckungsvorschlag bei den Haushaltsberatungen gehört.“ Mit dem Abschied von Bialas gehe „irgendwie auch die Nachkriegszeit im Kreistag“ zu Ende.
Er gehe „voller Lust und Lebensfreude darüber, dass ich künftig bei herrlichem Sonnenlachen nicht mehr termingebunden in Makulaturen von Haushaltspleiten rumblättern muss“, sagte Hobby-Imker Bialas. Sein Appell an die Zurückbleibenden: Sie sollten Selbsthilfeeinrichtungen nach Kräften unterstützen und den Sozialbericht fortschreiben. Dann werde sich „endlich die Erkenntnis Bahn brechen, dass Geld nicht für Bomben, sondern für Bildung und ein menschenwürdiges Leben für alle einzusetzen ist“.Für Gerhard Bialas rückte Bernhard Strasdeit in den Kreistag, in den Sozial- und Kulturausschuss und stellvertretend in den Verwaltungs- und Technischen Ausschuss nach. Außerdem gehört er der Kommission „Unser Dorf soll schöner werden“ an, deren Arbeit derzeit allerdings ruht.
frederic - 2005/10/28 12:47
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