PDS streitet für arme Golfer

Reutlinger Generalanzeiger - 03.12.2005

Bonuskarte - Ermäßigungen für Einkommensschwache in Tübingen: Gemeinderäte wollen Angebot bekannter machen und weitere Partner gewinnen

TÜBINGEN. Arbeitslose, allein Erziehende oder Aushilfskräfte können sich vieles nicht leisten. Damit sie nicht ganz auf den Theaterbesuch verzichten müssen und nach dem Kauf der Zehnerkarte fürs Hallenbad nicht völlige Ebbe in der Haushaltskasse herrscht, gibt's in Tübingen die Bonuskarte. Im Rathaus will man nun rausfinden, ob weitere Läden oder kulturelle Einrichtungen bereit sind, Ermäßigungen anzubieten.

Ins Rollen gebracht hat die Sache die PDS/TÜL. Die vier Ratsmitglieder der Linken Liste hatten in ihrem Antrag gleich ein paar Vorschläge parat und stritten dabei auch für arme Golfer. Auch auf dem Golfplatz Kressbach, so Gerlinde Strasdeit, sollten Hartz-IV-Geschädigte Vergünstigungen erhalten.

»Gegen soziale Isolation«

Sie handelt nach der Devise »die Stadt gehört allen« und gab zu bedenken, dass das »reichere Tübinger Publikum« sozial weniger isoliert sei, wenn auch andere mitgolfen. Bürgermeister Gerd Weimer nahm's ironisch und versprach: »Falls es den Platz mal gibt, werden wir auf den Betreiber zugehen.« Denn bisher befindet sich die Golf-Anlage noch im Planungsstadium.

Eine Reihe von anderen Forderungen hatte sich am Donnerstag im Sozial-Ausschuss schon erledigt. Weimer versicherte: Empfänger von Arbeitslosengeld II erhalten bereits die Bonuskarte. Insgesamt hat die Stadt derzeit rund 600 solcher Karten ausgegeben, die 1998 den Familien- und Sozialpass ersetzt haben.

Doch mancher weiß vielleicht gar nicht, dass es diese Möglichkeit gibt. Erika Braungardt-Friedrichs (SPD) hat in ihrer Schule festgestellt: »Es hat immer wieder Eltern, die keine Ahnung haben.« Bernd Strohm vom Sozialamt winkte ab. Ein Info-Blatt, das breit gestreut werden soll, sei bereits in Arbeit. Weimer ist sich darüber im Klaren, dass der Stadt auch einiges an Einnahmen fehlen wird, wenn mehr Karten ausgestellt werden.

Auf der Liste derjenigen, die bei Vorlage der Bonuskarte Nachlass gewähren, stehen unter anderem Gaststätten, zwei Mensen, die Tübinger Tafel, das Stadtmuseum und die Musikschule. Die Stadtbücherei verlangt von denen, die die Karte vorzeigen, nur die halbe Gebühr. Keinen Erfolg hatte man bei Verhandlungen mit den Kino-Betreibern. Dass die Kunsthalle nicht aufgelistet war, sei dagegen ein Versehen, erklärte Sozialamtsleiterin Uta Schwarz-Österreicher.

Druck im Verkehrsbeirat

Martin Rosemann (SPD) verlangte, auch die Stadtverkehrsbetriebe mit einzubeziehen. Mit einem interfraktionellen Antrag will man Druck machen und dann die Sache im Verkehrsbeirat zur Sprache bringen.

Karl Künstle (CDU) ging das Ganze ein wenig zu weit. Er mahnte die anderen Fraktionen, die sinkenden Einnahmen der Stadt nicht aus dem Blick zu verlieren und gleich Deckungsvorschläge zu machen. »Wir sehen den Anträgen beim Haushalt zur Finanzierung entgegen.« PDS-Rätin Strasdeit quittierte den Vorstoß der CDU mit Kopfschütteln und hätte sich ein anderes Ende der Diskussion gewünscht: »Ich wollte mich gerade über die Unterstützung freuen.« (-jk)

Trackback URL:
http://tuelpds.twoday.net/stories/1228267/modTrackback

Gläsernes Rathaus

DIE LINKE. in Tübingen

Linksjugend ['solid]

Heike Hänsel (MdB)

Tobias Pflüger (MdEP)

Suche

 

Archiv

Dezember 2005
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa
So
 
 
 
 1 
 2 
 3 
 5 
 8 
10
11
12
13
14
15
16
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30
31
 
 

Status

Online seit 1213 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 2008/05/03 11:10

Credits

Knallgrau New Media Solutions - Web Agentur für neue Medien

powered by Antville powered by Helma


xml version of this page

twoday.net AGB

User Status

Du bist nicht angemeldet.