Zeit zu gehen
Mittwochsspalte im Schwäbischen Tagblatt - 14.12.2005 - Gerhard Bialas
„Gläsernes Rathaus – Damit man draußen sieht, was drinnen vorgeht.“ Mit dieser ganz konkreten Forderung – Herausforderung – sind wir als DKP 1975 in den Wahlkampf gezogen und waren als DKP-Fraktion 19 Jahre lang im Tübinger Rathaus vertreten. In den Tübinger Blättern, Jahrgang 1975, schrieb der damalige TAGBLATT-Redakteur Wilfried Schäfer: „Überraschung der Gemeinderatswahlen vom 20. April (1975), wie sie im Ländle sonst nur Heidenheim und Mannheim kennt: Mit Harald Schwaderer und Gerhard Bialas rückten seit 1953 erstmals wieder zwei Kommunisten in die Stadtväterversammlung ein.“
Mit dem Ausscheiden der DKP-Fraktion im Gemeinderat 1994 ist zwar ein bedeutender Zeitabschnitt linker Kommunalpolitik zu Ende gegangen. Die Politik für ein „Gläsernes Rathaus“ ging jedoch mit der Wählervereinigung Tübinger Linke, (von 1994 bis 1999 mit mir als TÜL-Stadtrat-Einzelkämpfer), weiter. Ja, die Linke in Tübingen hat es geschafft, dann als Wahlbündnis TÜL/PDS von Wahl zu Wahl an Kraft zu gewinnen und sich zu stabilisieren. Sehr zum Ärgernis mancher Geheimniskrämer/innen haben wir das Sichtbarmachen von manchen unliebsamen Entscheidungen der Stadt/Stadtwerke durchgehalten. Wir sind nicht als Geheimräte, sondern als Stadträte gewählt worden!
Dreißig Jahre sind so für mich als amtierenden Stadtrat vergangen, mit Verwaltungen und Gemeinderatsfraktionen recht unterschiedlicher Zusammensetzung. Viele habe ich gehen sehen. Jetzt gehe ich selbst ohne Zwang und schreibe hier meine letzte „Mittwochsspalte“, jetzt bereits als „Alt“-Stadtrat. Mit frohem Gemüt und Sonne im Herzen. Die Tübinger Linke ist gut bestellt und stark genug die Rathauspolitik – und die im Kreistag – weiterhin durchsichtig zu machen.
Mit meinem Ausscheiden aus Kreis- und Gemeinderat nehme ich nicht Abschied von der Politik. Nur kann ich jetzt ohne terminliche Verpflichtungen manches anders angehen. Und werde durch Mitmachen in Bürgerinitiativen manchen weiterhin auf den Wecker gehen, bis es klingelt. Denn die BI sind seit Jahrzehnten demokratische Stützen im Gemeinwesen unserer Stadt.
Die Linke muss weiter gestärkt werden. Das ist die Erfolgsgarantie für ein „Gläsernes Rathaus“. So danke ich meinen ehemaligen und jetzigen Stadträten und Stadträtinnen, die mit mir solidarisch und mit Opfern verbunden den Kampf um kommunale Demokratie geführt haben. Vor allem auch den hunderten Frauen und Männern, die in Bürgerinitiativen dafür sorgten und sorgen, dass unsere Stadt für alle Heimat sein kann und lebenswert bleibt. Es tut mir gut, viele Mitbürgerinnen und Mitbürger zu wissen, die wachsam sind für uns selbst und die Nachkommenden. In diesem Sinne alle Gute und herzlichen Dank für das große Vertrauen, das mir zuteil wurde.
„Gläsernes Rathaus – Damit man draußen sieht, was drinnen vorgeht.“ Mit dieser ganz konkreten Forderung – Herausforderung – sind wir als DKP 1975 in den Wahlkampf gezogen und waren als DKP-Fraktion 19 Jahre lang im Tübinger Rathaus vertreten. In den Tübinger Blättern, Jahrgang 1975, schrieb der damalige TAGBLATT-Redakteur Wilfried Schäfer: „Überraschung der Gemeinderatswahlen vom 20. April (1975), wie sie im Ländle sonst nur Heidenheim und Mannheim kennt: Mit Harald Schwaderer und Gerhard Bialas rückten seit 1953 erstmals wieder zwei Kommunisten in die Stadtväterversammlung ein.“Mit dem Ausscheiden der DKP-Fraktion im Gemeinderat 1994 ist zwar ein bedeutender Zeitabschnitt linker Kommunalpolitik zu Ende gegangen. Die Politik für ein „Gläsernes Rathaus“ ging jedoch mit der Wählervereinigung Tübinger Linke, (von 1994 bis 1999 mit mir als TÜL-Stadtrat-Einzelkämpfer), weiter. Ja, die Linke in Tübingen hat es geschafft, dann als Wahlbündnis TÜL/PDS von Wahl zu Wahl an Kraft zu gewinnen und sich zu stabilisieren. Sehr zum Ärgernis mancher Geheimniskrämer/innen haben wir das Sichtbarmachen von manchen unliebsamen Entscheidungen der Stadt/Stadtwerke durchgehalten. Wir sind nicht als Geheimräte, sondern als Stadträte gewählt worden!
Dreißig Jahre sind so für mich als amtierenden Stadtrat vergangen, mit Verwaltungen und Gemeinderatsfraktionen recht unterschiedlicher Zusammensetzung. Viele habe ich gehen sehen. Jetzt gehe ich selbst ohne Zwang und schreibe hier meine letzte „Mittwochsspalte“, jetzt bereits als „Alt“-Stadtrat. Mit frohem Gemüt und Sonne im Herzen. Die Tübinger Linke ist gut bestellt und stark genug die Rathauspolitik – und die im Kreistag – weiterhin durchsichtig zu machen.
Mit meinem Ausscheiden aus Kreis- und Gemeinderat nehme ich nicht Abschied von der Politik. Nur kann ich jetzt ohne terminliche Verpflichtungen manches anders angehen. Und werde durch Mitmachen in Bürgerinitiativen manchen weiterhin auf den Wecker gehen, bis es klingelt. Denn die BI sind seit Jahrzehnten demokratische Stützen im Gemeinwesen unserer Stadt.
Die Linke muss weiter gestärkt werden. Das ist die Erfolgsgarantie für ein „Gläsernes Rathaus“. So danke ich meinen ehemaligen und jetzigen Stadträten und Stadträtinnen, die mit mir solidarisch und mit Opfern verbunden den Kampf um kommunale Demokratie geführt haben. Vor allem auch den hunderten Frauen und Männern, die in Bürgerinitiativen dafür sorgten und sorgen, dass unsere Stadt für alle Heimat sein kann und lebenswert bleibt. Es tut mir gut, viele Mitbürgerinnen und Mitbürger zu wissen, die wachsam sind für uns selbst und die Nachkommenden. In diesem Sinne alle Gute und herzlichen Dank für das große Vertrauen, das mir zuteil wurde.
frederic - 2005/12/17 20:32
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