Russ-Scherer, Pietätlosigkeiten und Effizienzrenditen

Leserbrief zu den Zuschriften von Helmut Kost und Ute Friesch (beide CDU) vom 21.1.2006

Mein Gemeinderatskollege von der CDU, Helmut Kost, bringt es auf den Punkt. Es ist pietätlos, wenn die umgekommenen Feuerwehrleute auch noch als Begründung für eine Grundsteuererhöhung herhalten müssen. Unsere SPD-Oberbürgermeisterin, die keinen Fettnapf und keine Geschmacklosigkeit auslässt, hat inzwischen in Sachen Pietätlosigkeit dem Schwäbischen Tagblatt wieder die Führungsrolle streitig gemacht. Sie brachte es fertig, in ihrer Neujahrsansprache den am 11. Oktober 2005 verstorbenen Ehrenbürger Wilhelm Beier, den „Bürgermeister der Berber“, überhaupt nicht zu erwähnen.

Seit Grüne und SPD mit ihrem Neoliberalismus, Deregulierung im Sozialen und einer Umverteilung von unten nach oben die Schwarzen rechts überholt haben, fällt es mir immer leichter, die CDU und die Bürgerlichen, die immerhin noch dem alten Sozialstaatskompromiss verpflichtet sind, zu loben.
Deshalb Hut ab vor der CDU-Stadträtin Ute Friesch für ihre Kritik an der Hofberichterstattung des Schwäbischen Tagblatts. Da der Tübinger Lokalteil des Schwäbischen Tagblatts zur Presseabteilung der Rathausspitze geworden ist, wird die Pressesprecherin der Oberbürgermeisterin überflüssig. Bringt das erfolgreiche Public-Private-Partnership-Modell (PPP) zwischen Russ-Scherer, Ströbel und Wais (RSW) die erste Effizienz-Rendite der Verwaltungsspitze?

Vielleicht bringt das Jahr 2006 noch weitere Effizienz-Renditen (der Begriff hat alle Chancen „Unwort des Jahres“ zu werden). Wieso übernimmt die Sozialamtsleiterin Schwarz-Österreicher nicht den Job des Ersten Bürgermeisters? Bisher war ihr es ja egal, wer unter ihr Bürgermeister war, da sie sowieso den Laden geschmissen hat. Das muss jeder, der wie ich nicht mit allem einverstanden war, anerkennen. Und vielleicht haben die Grünen Erfolg und werden mit ihrer Oberbürgermeister-Suchanzeige in der Zeit fündig. Schlimmer kann es ja nicht kommen und Boris Palmer hätten sie nicht über das Hamburger Wochenblatt suchen müssen. Und Brigitte Russ-Scherer, die ja nach eigenen Angaben als Privatperson und nicht als Oberbürgermeisterin in den Universitätsrat gewählt wurde, könnte dort ihr segensreiches Wirken fortsetzen.

Anton Brenner, Stadt- und Kreisrat der Linkspartei und WASG

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