Noch kein offizielles Ja

Kornelia Möller käme als OB-Kandidatin infrage

Schwäbisches Tagblatt - 19.06.2006

korneliaTÜBINGEN (upf). Mit der bayerischen Bundestagsabgeordneten Kornelia Möller stellte sich am Freitag im Linken Forum eine heiße Anwärterin für die Oberbürgermeister-Kandidatur der Linkspartei in Tübingen vor. Eine offizielle Bestätigung der Kandidatur gab es aber noch nicht.

Zur Ankündigung der Tübinger Bundestagsabgeordneten Heike Hänsel vorige Woche, die Linkspartei werde eine Arbeitsmarkt-Expertin als OB-Kandidatin aufstellen, passt der politische Steckbrief von Kornelia Möller: Die 45-Jährige aus dem Wahlkreis Landshut ist Arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Linksfraktion. Für ihre Abgeordnetentätigkeit lässt die gelernte Industriekauffrau, die auf dem zweiten Bildungsweg in Hamburg Soziologie und Sozialökonomie studierte, derzeit ihre Doktorarbeit ruhen.

Weder die Tübinger Linke (TÜLL) noch Möller selbst wollten am Freitag bestätigen, dass sie die „unbekannte Kandidatin“ ist. Es gebe in der Partei noch mehr Arbeitsmarkt-Experten, hieß es. Heike Hänsel habe die weibliche Endung mit „großem I“ gebraucht, die (allerdings unhörbar) Männer einschließe.

Laut Bernhard Strasdeit, Tübinger Kreisrat und Landessprecher der Linkspartei, machte die Tübinger Linke eine eigene OB-Bewerbung davon abhängig, wen die Grünen nominieren. Mit der am Freitag erklärten Kandidatur des Landtagsabgeordneten Boris Palmer ist die Entscheidung auch für die TÜLL gefallen: „Palmer ist bei uns abgehakt unter Schwarz-Grün“, sagte Strasdeit. Hätten die Grünen jemanden von ihrem linken Flügel nominiert (etwa die frühere Tübinger Landtagsabgeordnete Sabine Schlager), hätte die Linkspartei gepasst.

Keine/r der rund 25 Anwesenden im Linken Forum in der Ammergasse 14 sprach Möller während der zweistündigen Veranstaltung, in der sie die Mindestlohn-Kampagne der Linkspartei vorstellte, auf eine OB-Kandidatur an. Die Abgeordnete zeigte sich als scharfe Gegnerin der Hartz-Gesetze und prangerte aktuelle Verschärfungen beim Arbeitslosengeld (Alg II) als menschenunwürdig an. Während sie für einen Mindestlohn von 8 Euro pro Stunde aufwärts und für einen öffentlichen Beschäftigungssektor eintritt, steht sie persönlich einer bedingungslosen Grundsicherung für alle skeptisch gegenüber: „Man definiert sich doch über die Arbeit“, ist ihr Credo.

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