Kindersommer für alle
Mittwochsspalte im Schwäbischen Tagblatt - 26.07.2006 - Gerlinde Strasdeit
Weil wir im Gemeinderat hartnäckig waren, wurden die Gebühren für die Betreuungsangebote des Tübinger Kindersommers für ALG II und Sozialhilfebeziehende gesenkt. 95 Euro pro Woche fürs erste Kind ist nicht familienfreundlich. Wir hatten 40 Euro gefordert, mit Absenkungen ab dem 2. Kind und Gebührenfreiheit ab dem 4. Kind. Selbst bei der Ermäßigung bis 50 Prozent (BonusCard) sind die Preise für Eltern mit Niedrigeinkommen nicht erschwinglich.
Auf 207 Euro monatlich setzt der Gesetzgeber den Mindestbedarf für ein Kind an. Die wären bei diesem Betreuungsangebot sofort aufgebraucht. Eine Schelm, wer da denkt, solche Kinder seien vielleicht gar nicht erwünscht. Weder SPD noch AL/Grüne hatten den Mut, unseren Anträgen auf Gebührensenkung zu folgen.
Statt der Bertelsmannstiftung zu huldigen, sollte die Unistadt bei Kinderangeboten die Situation von Geringverdienenden beachten. Wir folgen nicht der neoliberalen Glaubenslehre, die Löhne wären zu hoch, die Sozialleistungen zu üppig und das Klima zu arbeitnehmerfreundlich. Deshalb gibt es mit Kornelia Möller eine linke Kandidatin zur OB-Wahl am 22. Oktober. Die SPD-Kandidatin Russ-Scherer lässt Broschüren mit der Überschrift „Mehr Chancen für Kinder“ auflegen. Wir sagen: „Vorsicht – da ist nicht drin was draufsteht!“ Was da mit Bertelsmann in einer „Führungskräfteklausur“ am Gemeinderat vorbeiverhandelt wurde, setzt eben nicht auf Förderung aller.
Mehr qualifiziertes Personal bei der Kinderbetreuung und in Schulen ist nun mal das A und O, zum Beispiel um den Qualitätsbaustein „Sport- und Bewegung“ umzusetzen. Gerade bei Sport- und Musikprojekten wird immer gekappt, wenn jemand ausfällt. Mehr Chancen für alle! Hohe Kindergartengebühren wirken der Integration entgegen. Deshalb sollte die Oberbürgermeisterin ihr Veto aufgeben und – wie andere Städte – das letzte Kindergartenjahr vor der Einschulung gebührenfrei stellen. Wir brauchen eine sozialere Staffelung, als Ziel die völlige Abschaffung von Kindergartengebühren und eine bessere Bezuschussung der Träger für Kleinkindgruppen! Wenn das Rathaus diese Kernaufgabe auf Elternvereine abwälzt und sich dann mit den Angeboten schmückt, darf man die Träger nicht im Regen stehen lassen.
Jetzt ist ein „Hochbegabten-Zug“ im Uhland-Gymnasium in der Mache. Integrative Förderung von hochbegabten Schülern wäre besser als Separierung. Meine Fraktionskollegin Traudl Horn hat dazu eine Expertenanhörung im Schulausschuss beantragt. Auf WHO soll derweil die Geschwister-Scholl-Schule hauptschulfrei gemacht werden. Die letzten Errungenschaften des Gesamtschulkonzeptes werden beseitigt. In der Pestalozzi Förderschule wird die Schulsozialarbeiterstelle vom Förderverein getragen; wo kommen die Ausbildungsplätze für diese Schüler her?
Gott sei Dank gibt es in Tübingen auch Positives: Die Sozialamtsleiterin hat unserer Anregung folgend auch 2006 ermöglicht, dass Kinder von Asylbewerbern, die nie wegfahren können, für drei Wochen bei der Stadtranderholung im Spatzennest mit dabei sind. Schöne Ferien!
Weil wir im Gemeinderat hartnäckig waren, wurden die Gebühren für die Betreuungsangebote des Tübinger Kindersommers für ALG II und Sozialhilfebeziehende gesenkt. 95 Euro pro Woche fürs erste Kind ist nicht familienfreundlich. Wir hatten 40 Euro gefordert, mit Absenkungen ab dem 2. Kind und Gebührenfreiheit ab dem 4. Kind. Selbst bei der Ermäßigung bis 50 Prozent (BonusCard) sind die Preise für Eltern mit Niedrigeinkommen nicht erschwinglich.Auf 207 Euro monatlich setzt der Gesetzgeber den Mindestbedarf für ein Kind an. Die wären bei diesem Betreuungsangebot sofort aufgebraucht. Eine Schelm, wer da denkt, solche Kinder seien vielleicht gar nicht erwünscht. Weder SPD noch AL/Grüne hatten den Mut, unseren Anträgen auf Gebührensenkung zu folgen.
Statt der Bertelsmannstiftung zu huldigen, sollte die Unistadt bei Kinderangeboten die Situation von Geringverdienenden beachten. Wir folgen nicht der neoliberalen Glaubenslehre, die Löhne wären zu hoch, die Sozialleistungen zu üppig und das Klima zu arbeitnehmerfreundlich. Deshalb gibt es mit Kornelia Möller eine linke Kandidatin zur OB-Wahl am 22. Oktober. Die SPD-Kandidatin Russ-Scherer lässt Broschüren mit der Überschrift „Mehr Chancen für Kinder“ auflegen. Wir sagen: „Vorsicht – da ist nicht drin was draufsteht!“ Was da mit Bertelsmann in einer „Führungskräfteklausur“ am Gemeinderat vorbeiverhandelt wurde, setzt eben nicht auf Förderung aller.
Mehr qualifiziertes Personal bei der Kinderbetreuung und in Schulen ist nun mal das A und O, zum Beispiel um den Qualitätsbaustein „Sport- und Bewegung“ umzusetzen. Gerade bei Sport- und Musikprojekten wird immer gekappt, wenn jemand ausfällt. Mehr Chancen für alle! Hohe Kindergartengebühren wirken der Integration entgegen. Deshalb sollte die Oberbürgermeisterin ihr Veto aufgeben und – wie andere Städte – das letzte Kindergartenjahr vor der Einschulung gebührenfrei stellen. Wir brauchen eine sozialere Staffelung, als Ziel die völlige Abschaffung von Kindergartengebühren und eine bessere Bezuschussung der Träger für Kleinkindgruppen! Wenn das Rathaus diese Kernaufgabe auf Elternvereine abwälzt und sich dann mit den Angeboten schmückt, darf man die Träger nicht im Regen stehen lassen.
Jetzt ist ein „Hochbegabten-Zug“ im Uhland-Gymnasium in der Mache. Integrative Förderung von hochbegabten Schülern wäre besser als Separierung. Meine Fraktionskollegin Traudl Horn hat dazu eine Expertenanhörung im Schulausschuss beantragt. Auf WHO soll derweil die Geschwister-Scholl-Schule hauptschulfrei gemacht werden. Die letzten Errungenschaften des Gesamtschulkonzeptes werden beseitigt. In der Pestalozzi Förderschule wird die Schulsozialarbeiterstelle vom Förderverein getragen; wo kommen die Ausbildungsplätze für diese Schüler her?
Gott sei Dank gibt es in Tübingen auch Positives: Die Sozialamtsleiterin hat unserer Anregung folgend auch 2006 ermöglicht, dass Kinder von Asylbewerbern, die nie wegfahren können, für drei Wochen bei der Stadtranderholung im Spatzennest mit dabei sind. Schöne Ferien!
frederic - 2006/07/26 18:58
www.solid-sds.de

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