600 Säue in Tübinger Halbhöhenlage. Oberbürgermeistergatte Scherer nennt OB-Gegenkandidat Boris Palmer "Arschloch". Die Presse schweigt.

Anton Brenner

Leserbrief zu Schönings Mittwochspalte, geschrieben am 27.09.2006. Bisher nicht im Schwäbischen Tagblatt erschienen. Dem Vernehmen nach macht Russ-Scherer über die Verleger von GEA, Wochenblatt und Tagblatt Druck auf die Redaktionen, um kritische Artikel und Beiträge zu unterdrücken. Dietmar Schöning hatte in seiner Mittwochspalte vom 27.09.2006 Anton Brenner als Demagogen bezeichnet und den Anstieg der Schulden der Stadt Tübingen auf Null gerechnet.


Schön, dass Russ-Scherers Schönredner Dietmar nichts an den Zahlen bemängelt, dass allein die vier Abenteuer seiner Herrin, Obere Viehweide, automatische Parkhäuser, Depotverschleuderung und Arena-Kostenverdoppelung, die Tübinger etwa 16 Millionen gekostet haben.

Nicht ich sondern Schöning hat vor einem Jahr die steigende Verschuldung ins Uferlose dramatisiert, um für die zweite Grundsteuererhöhung zu werben. Jetzt rechnet er sie auf Null. Hat er nicht versprochen, die Erhöhung der Grundsteuer bei besserer Haushaltslage wieder zurückzunehmen?

Vom Wechsel der Wiegemethode wird die Sau auch nicht fetter. Die vergeigten 16 Millionen sind weg, ob sie nun mit Schulden, Tafelsilberverkauf oder Verrottung der Schulräume bezahlt wurden. Apropos Sau. Der Leidensdruck über die ausgebliebenen 3500 Arbeitsplätze auf der Oberen Viehweide ist so groß, dass Russ-Scherer jetzt den Einzug von 600 Sauen in einen fußballfeldgroßen Saustall in Halbhöhenlage mit Albblick als neuen Wahlkampfschlager herumposaunt. In Ingelheim und Biberach sind die Flächen dafür zu schade. Die Wohnlagen um die Obere Viehweide werden durch die Tierversuche und Infizierung der armen Schweine mit Viren und gentechnisch veränderten Retroviren sicher eine gewaltige Wertsteigerung erfahren.

Dass mich Schöning in seiner Mittwochspalte nur so harmlos beschimpft, rechne ich ihm hoch an. Normalerweise hört man aus dem Hause Russ-Scherer das Wort „Arschloch“ für politische Gegner. Wie heißt es so schön auf deren Wahlkampf-Homepage: „Wofür ich stehe: Für einen offenen, ehrlichen und fairen Umgang mit anderen." Zu diesem „ehrlichen und fairen Umgang“ gehörte sicher auch, dass sie sich nicht an die Beschränkung auf Din A 1 Plakate hielt und der arme Kaltenmark diese Frechheit jetzt auf seine Kappe nehmen musste.

Anton Brenner, Stadtrat der Linken

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