Herrenwitz-Olympiade in Tübingen. Volker Rittberger setzt auf Boris Palmers Figgen-Flegelei noch einen Doppelten drauf.

Die Tübinger SPD macht in Trauerarbeit, besonders das Ehepaar Rittberger, als erfolglose Ratgeber der abgewählten Brigitte Russ-Scherer nur noch vom SPD-Vizevorsitzenden der Gemeinderatsfraktion und "Wahlkampfleiter" Rosemann übertroffen. Es ist die zweite herbe Niederlage in kurzer Zeit. Mit der Berufung des eigenen Sohnes auf einen Lehrstuhl des eigenen Seminares, mit einem doppelten Rittberger, hat es nicht nur nicht geklappt, dieser Flop fegte den wackeren Rittberger auch noch aus dem Großen Senat der Universität Tübingen. Jetzt übertrifft der Politikprofessor Rittberger Palmers Herrenwitz um ein Vielfaches, indem er ihn deswegen zum Verzicht auf das Oberbürgermeisteramt auffordert. Möglicherweise denkt er, dass damit seine Favoritin und Zweitplatzierte bei der OB-Wahl ihr Amt im Nachrückverfahren zurückerobern könnte.

Das Schwäbische Tagblatt berichtet am 14. November 2006 aus Hauptstadt der politischen Realsatire:

Unter der Gürtellinie
Rittberger: Palmer muss aufs Amt verzichten
TÜBINGEN (uha). „Wer Figgen will, muss SPD wählen“: In dieser Pointe gipfelte, wie gestern berichtet, Boris Palmers launige Einlage bei der Gästekneipe der Freiwilligen Feuerwehr Abteilung Stadtmitte. Tübingens designierter OB mit grünem Parteibuch hatte sich dabei auf den 1991 gestorbenen Sozialdemokraten Werner Figgen aus Hamm in Westfalen bezogen. Nach einem entdeckten Seitensprung Figgens, damals OB, sei die SPD mit diesem Slogan in die Kommunalwahl gezogen und habe ihre Mehrheit im Stadtrat verteidigt. „Eine wahre Geschichte“, wie Palmer am Freitag beteuerte.

Das Gelächter im Feuerwehrhaus war groß. Volker Rittberger, Politik-­Professor, SPD-­Mitglied und verheiratet mit der Tübinger SPD-­Stadträtin Irmgard Rittberger, dagegen findet diesen Auftritt nicht lustig: „Das ist nicht einmal ein Witz, das ist geistlos, schlicht unter der Gürtellinie“, ließ er gestern das TAGBLATT gleich nach der morgendlichen Zeitungslektüre wissen. „So was darf’s in Tübingen einfach nicht geben“, erklärte der Politologe weiter. Palmer stehe seit seiner Wahl zum Oberbürgermeister schließlich „für ganz Tübingen“. Doch „mit einem Menschen, der sich so fürchterlich daneben benimmt, kann man nicht auftreten“. Palmer habe sich als „Blindschleiche in Sachen Anstand erwiesen“.

Kurz, Rittberger fordert „Konsequenzen“: Wer solche „verbalen Sex-­Schweinerei-­Assoziationen“ verbreite, sei „zu grün“ für einen OB. „Palmer muss auf sein Amt verzichten“, so Rittberger.


Am 15. November legte Ulrike Pfeil in einem "übrigens" nach etwas nach und zieh Palmer des "populistischen Heranschmeißens" an die Feuerwehr. Auch bei Redakteurinnen scheint es Nachwehen des Wahlgeschehens zu geben, da die Palmer-Vorgängerin bereits verklärt wird.

„Aber das populistische Heranschmeißen an eine Klientel war ihre Sache nicht, selbst wenn es sie vielleicht das Amt kostete.“
(Ulrike Pfeil im „Übrigens“ vom 15.11.2006)

Liebe Ulrike Pfeil,

ich war öfters Zeuge, wie sich Brigitte Russ-Scherer populistisch und auch mit Körpereinsatz „an eine Klientel“ herangeschmissen hat. Meistens ging es daneben, manchmal hat es auch geklappt. So blieben ihre Streichel- und Schmeichelattacken bei alten Männern wie Dieterle und Kost nicht ohne Wirkung. Sie hat sogar öffentlich eine Wette abgeschlossen, dass sie der CDU-Bramarbas Kost wählen werde. Und auch damit, dass sie den überlebenden Tübinger Juden die Leiden der deutschen Jugend in Bombennächten und verfolgte Palästinenser um die Ohren gehauen hat, blieb damals nicht ohne positive Wirkung. An einem Stammtisch hörte ich den anerkennenden Satz: „Die hat es den Juden aber gegeben“. Und einem ihrer Unterstützer fuhr es vor der Wahl heraus: „Des gottverdammte Judenbüble kommt mir nicht ins Rathaus.“

Der den Saubermann mimende Rittberger sollte lieber darüber nachdenken, weshalb er selbst hochkant aus dem Großen Senat und seine Brigitte mit Karacho aus dem Amt geflogen sind, anstatt nachzutreten.
Werner Figgen wurde vor 50 Jahren als jüngster Oberbürgermeister in Deutschland gewählt. Schon allein wegen des Jahrestages lag ein Vergleich mit dem berühmten Vorbild nahe. Akademische Herrenwitze sind meist von stärkerem Kaliber und sind dem Vernehmen nach auch in der Umgebung jetzt naserümpfender Redakteurinnen üblich.
Freundliche Grüße
Anton Brenner

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