Ministerpräsident Oettinger, die Ulmia und die Tübinger Politpietisten

Leserbrief zum Gezeter über die Oettinger-Zitate


Der Nachholbedarf nach dem Zweiten Weltkrieg bescherte uns das „Wirtschaftswunder“, was heute, bei saturierten Märkten, nicht wiederholbar ist. Der marxistische Historiker Eric Hobsbawn bezeichnete die Nachkriegszeit deshalb als „das Goldene Zeitalter“. Nichts anderes meinte Ministerpräsident Oettinger bei der Ulmia mit seiner flapsigen, ironischen Bemerkung.

Da kam er bei den hiesigen SPD-Betroffenheits-Damenkränzchen und bei den Tagblatt- und Leserbrief-Gutschreibern an die Richtigen! Das griesgrämige Milieu der Tübinger Politpietisten von Dr. Sütterlin bis Dr. Peter und von Dr. Rittberger bis Dr. Rosemann, regt sich über jedes offene Wort auf.

Gott sei Dank reden Oettinger, sein CDU-Parteifreund Renner und der neue Oberbürgermeister Palmer locker vom Hocker und sagen manchmal auch, wer „abgeschossen“ gehört.

Wie man im Falle Renner, Oettinger oder Palmer sah, bildet sich dann eine parteienübergeifende Friedensbewegung von Provinz-Ajatollahs aller Schattierungen gegen angebliche Kriegstreiber und Schamverletzer. In dieser Zeit machen sie zumindest sonst keinen Blödsinn. Und dieses dritte Tübinger Theater festigt mit seinen Realsatiren den Ruf unserer Provinzmetropole.

Anton Brenner
Stadt- und Kreisrat der Tübinger Linken

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