An unserm wahren Leben vorbeiregiert

Leserbrief - 17.3.07 - Christine Tierney

Eigentlich sollte es bereits durchgesickert sein zu unsern Politikern, dass alles, was man Menschen wegnimmt sich rächt. Und das entwürdigende Hartz IV Gesetz gehört mit Sicherheit dazu. Ich verstehe nicht, warum es nicht einfach eine solide Grundsicherung gibt, mit der Kindern eine gerechte Teilhabe an der Gesellschaft ermöglicht wird. Und die es den Eltern ermöglicht, ihre Kinder ohne zu großen finanzielen Druck zu erziehen. Schließlich ist es nicht so, als hätten wir zuviele Kinder hier in Deutschland. Oder als hätten nur solche Leute Kinder die viel Geld haben.

Und sicherlich wird nun so mancher einwenden: Mehr Geld für Kinder wird von den Eltern für anderes ausgegeben. Das stimmt dann sicherlich so oft wie das Märchen von den Hartz IV Betrügern oder Sozialschmarotzern, das sich so hartnäckig hält, obwohl das Gegenteil längst offiziell bewiesen ist. Und was ich auch noch nicht verstehe ist, dass es im nullkommanichts Gelder für Kriegseinsätze gibt und für die berühmte Unternehmenssteuerreform die uns 5 Milliarden kosten wird; im Gegenzug Mindestlöhne als Existenzsicherung für Arbeitende aber genau so verpöhnt sind wie eine faire Rente für Mütter oder ein realistisches Renteneinstiegsalter. Irgendwie wird an unserm wahren Leben vorbeiregiert. Kann das sein?

Christine Tierney, Rottenburg

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