Palmesel verstehen keinen Palmer-Spaß

SPD-Stadtrat te Wildt vermisste in einem Leserbrief Anton Brenners kritische Stimme, CDU-Stadträtin Friesch zieh und Linke des Pupulismus, weil wir uns für das örtliche Handwerk einsetzten. Das alles stand sofort in der Zeitung. Der folgende Leserbrief ist nun schon die dritte Fassung, weil das Schwäbische Tagblatt dazu übergegangen ist, Zuschriften von Anton Brenner einige Tage abzulagern, bis sie nicht mehr ganz aktuell sind.

Leserbrief

Arschkriecherei ist Deutschlands beliebtester Sport. Seit dem Machtwechsel im Rathaus findet ein Dauerstadtlauf in den neuen Allerwertesten statt. Doch es gibt noch ein paar Palmesel, die den Start verschlafen haben, weiter schwerste Trauerarbeit leisten und keinen Palmer-Spaß verstehen. Plötzlich gibt es den kritischen Journalismus wieder, der acht Jahre lang ausgestorben war. Doch schon im Wahlkampf halfen die Angriffe Palmer. Er wurde trotz mancher Wahlkampf-Flops gewählt, weil sich niemand weitere acht Jahre die alte OB zumuten wollte und die Kritik an ihm unter aller Sau war. Die törichte Motzerei der Sütterlin-te-Wildt-Tugendbolde schadet Palmer auch jetzt nicht. Wer soche Feinde hat, braucht keine Freunde. Jeder Palmer-Witz, jede Selbstironie der "Unteren Polizeibehörde" wird zur Staatsaffaire aufgeblasen. Die wahren Hämmer, wie die Wiedereröffnung des "Jesinger Lochs" trotz anderslautender Gemeinderatsbeschlüsse, werden mit eingeklemmtem Schwanz hingenommen. Der Ortschaftsrat Unterjesingen veranstaltet sogar in vorauseilendem Gehorsam eine Bürgerversammlung gegen seinen eigenen Beschluss. Unser SPD-Rosemann wagt nicht einmal, öffentlich über die Schenkung der Palmer-Wahlkampfrad-Reliquie an das Stadtmuseum zu maulen.
Und was soll das, die CO2-Manie, die das Waldsterben und den Rinderwahnsinn abgelöst hat, zum Palmer-Phänomen zu stilisieren? Palmer ist inzwischen bundesweit Kronzeuge, dass die Fahrverbote bürokratischer Unsinn sind. Die FAZ vom 30.3. zitiert Palmer: "Ich glaube mittlerweile, dass diese Form des Umweltschutzes die Leute so ärgert, dass wir nur das Gegenteil erreichen. Der Umweltschutz wird diskreditiert, er wird unpopulär." Das ist unsere Rede seit 30 Jahren. Die Frankfurter Allgemeine schreibt zurecht, das sei "für einen grünen Oberbürgermeister eine ungewöhnliche Auffassung."

Anton Brenner
Stadtrat der Linken

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Zuletzt aktualisiert: 2008/05/03 11:10

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