Lahmes Gebimmel: Schmallippiger Neujahrsempfang im Tübinger Rathaus
von Anton Brenner
Außer einem leichten Betroffenheits-Nachbeben zu dem Seebeben im indischen Ozean ist der Tübinger Rathausspitze dieses Jahr nichts eingefallen. Eine Gruppe, die eher nach Kornwestheim als nach Indonesien aussah und klang, bimmelte ohne Ende. Man hatte den Eindruck, eine typische Tübinger Gemeinderatssitzung werde rituell nachgespielt.
Für Schulen und für Kinder plapperte die Oberbürgermeisterin etwas zusammenhanglos. Es war deutlich, dass sie mit dem Thema persönlich nichts anfangen konnte.
Der Auftritt von Fünftklässlern aus dem Uhlandgymnasium sorgte jedoch für Authentizität und für einen Lichtblick. Sie lasen munter und mit Spaß die Geschichte von des Kaisers neuen Kleidern und trafen damit den Nagel auf den Kopf. Die Lippen der Oberbürgermeister wurden immer schmaler und sie lächelte sichtlich gequält, als sie an ihre neuen Kleider denken musste: Die „Projektorientierte Matrixorganisation“ (Verwaltungsreform), den Flop „Biotechnologiepark“ (1 Million jährlicher Mietzuschuss), die nicht funktionierenden „automatischen Parkhäuser“ (Millionenverlust für die Stadtwerke), die überflüssige Wirtschaftförderungsgesellschaft ihres Genossen Wilke (jährlich 200 000 Euro Miese), die „Bio-Regio-Stern“-Propaganda-GmbH (jährlich 83000 Euro im Sand), und die „Standortagentur“ (versenkt 30 000 Euro im Jahr) und das Kernstück der Tübinger Bewerbung für die „Stadt der Wissenschaft 2006“, das nach einem der übelsten Tübinger Rassisten benannte „Theodor-Haering-Haus“.
Es war kein guter Tag für die Hausherrin und auch nicht für einen ihrer treuesten Vasallen, den Hauptamtsleiter Großhans. Als eine Gruppe von jungen Leuten sich den Spaß machte mit Kochmützen und Butter die trockenen Rathausbretzeln zu schmieren nach dem Motto: „Erfahren Sie das gute Gefühl, gestrichen zu werden“, witterte Großhans eine private Dienstleistungsfirma und wollte sie aus dem Haus treiben. Mit viel pädagogischem Einfühlungsvermögen konnte ich dem armen Kerl erklären, dass die Firma „Streich IN“ mit dem Motto: „Wir haben’s gestrichen voll!“ und der Aufforderung: „Positive Rückmeldungen an das Streichorchester!“ mehr und anderes im Kopf hatte als er.
Außer einem leichten Betroffenheits-Nachbeben zu dem Seebeben im indischen Ozean ist der Tübinger Rathausspitze dieses Jahr nichts eingefallen. Eine Gruppe, die eher nach Kornwestheim als nach Indonesien aussah und klang, bimmelte ohne Ende. Man hatte den Eindruck, eine typische Tübinger Gemeinderatssitzung werde rituell nachgespielt.
Für Schulen und für Kinder plapperte die Oberbürgermeisterin etwas zusammenhanglos. Es war deutlich, dass sie mit dem Thema persönlich nichts anfangen konnte.Der Auftritt von Fünftklässlern aus dem Uhlandgymnasium sorgte jedoch für Authentizität und für einen Lichtblick. Sie lasen munter und mit Spaß die Geschichte von des Kaisers neuen Kleidern und trafen damit den Nagel auf den Kopf. Die Lippen der Oberbürgermeister wurden immer schmaler und sie lächelte sichtlich gequält, als sie an ihre neuen Kleider denken musste: Die „Projektorientierte Matrixorganisation“ (Verwaltungsreform), den Flop „Biotechnologiepark“ (1 Million jährlicher Mietzuschuss), die nicht funktionierenden „automatischen Parkhäuser“ (Millionenverlust für die Stadtwerke), die überflüssige Wirtschaftförderungsgesellschaft ihres Genossen Wilke (jährlich 200 000 Euro Miese), die „Bio-Regio-Stern“-Propaganda-GmbH (jährlich 83000 Euro im Sand), und die „Standortagentur“ (versenkt 30 000 Euro im Jahr) und das Kernstück der Tübinger Bewerbung für die „Stadt der Wissenschaft 2006“, das nach einem der übelsten Tübinger Rassisten benannte „Theodor-Haering-Haus“.
Es war kein guter Tag für die Hausherrin und auch nicht für einen ihrer treuesten Vasallen, den Hauptamtsleiter Großhans. Als eine Gruppe von jungen Leuten sich den Spaß machte mit Kochmützen und Butter die trockenen Rathausbretzeln zu schmieren nach dem Motto: „Erfahren Sie das gute Gefühl, gestrichen zu werden“, witterte Großhans eine private Dienstleistungsfirma und wollte sie aus dem Haus treiben. Mit viel pädagogischem Einfühlungsvermögen konnte ich dem armen Kerl erklären, dass die Firma „Streich IN“ mit dem Motto: „Wir haben’s gestrichen voll!“ und der Aufforderung: „Positive Rückmeldungen an das Streichorchester!“ mehr und anderes im Kopf hatte als er.
frederic - 2005/01/29 16:30
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