SPD Tübingen blinkt links und biegt rechts ab. Ein Kommentar aus dem Jahre 2006

SPD Tübingen. Nach landesweiter Blamage Krach im eigenen Haus

Der Emporkömmlings- oder Schröder-Flügel der Tübinger SPD, personifiziert in Brigitte Russ-Scherer, ist bei der Oberbürgermeisterwahl am 22. Oktober 2006 „untergegangen“ (Stuttgarter Zeitung) oder hat die „Höchststrafe“ (Schwäbisches Tagblatt) kassiert.

Die Truppe um Russ-Scherer, Rittberger, te Wildt, Rosemann, Braungardt-Friedrichs und Miller-Poth hat es aber bis heute nicht begriffen.

Sie schlagen wild ums sich, bezichtigen das Tagblatt (Ströbel) und die Linkspartei (Brenner) der Verschwörung, fallen wegen eines Witzes in einer anachronistischen Feuerwehrkneipe über den neu gewählten Oberbürgermeister Boris Palmer her und spielen sich als die Moralapostel der Nation auf.

Dabei sollte nicht nur Frau Rittberger aufhorchen, wenn Frauen in Leserbriefen den „Sex-Schweinerei“-Sachverständigen Rittberger mahnen, aus dem Glashaus nicht mit Steinen zu werfen. Ganz Baden-Württemberg lacht über die komischen Tübinger SPD-Rechtsausleger, nach der Südwestpresse befasste sich auch die Stuttgarter Zeitung am 23.11.2006 mit der Posse (siehe unten).

Innerhalb der Tübinger SPD beginnt nun ein Rumoren. Die Bundestags- und Landtagsabgeordnete, die Frauen Däubler-Gmelin und Haller-Haid, gingen schon vor der Wahl auf Distanz oder wurden auf Distanz gehalten. Der Sohn des legendären SPD-Politikers Carlo Schmid schrieb in einem Leserbrief, die Truppe um te Wildt, Rittberger und Russ-Scherer stünde für das Gegenteil, was freiheitliche Sozialdemokraten seit jeher forderten. In Mössingen redeten SPD-Genossen Klartext. Der CDU-Mann Rüttgers habe die SPD mit seinem Vorschlag eines längeren Arbeitslosengelds für langjährig Beschäftigte nicht links überholen, sondern nur gerade aus fahren müssen, soweit sei die SPD mit Hartz IV nach rechts gerückt. Ein SPD-Stadtrat sagte, der Kreisvorsitzende, Tübinger Stadtrat und Wahlkampfleiter Brigitte-Russ-Scherers Rosemann stehe für eine „Politmacherei, die er nicht als sozialdemokratisch empfinde“.

Als jetzt dieser Rosemann die Frechheit besaß, auf eine SPD-Kreisdelegiertenkonferenz einen Scharfmacher aus dem „Sachverständigenrat“ einzuladen, der eine 30-prozentige Absenkung des Hartz-IV- oder Sozialhilfeniveaus forderte und gegen Mindestlöhne wetterte, platzte manchen der Kragen. Ein SPD-Gewerkschafter zieh Rosemann und seinen Helfer Herzog-Stein der Lohndrückerei und MdL Haller-Haid sagte klipp und klar, sie wolle im Gegensatz zu ihrem Kreisvorsitzenden Rosemann den Mindestlohn und sie wolle den Regelsatz von 345 Euro nicht absenken.

Es werden schon Wetten abgeschlossen, wie lange sich die Tübinger Rosemanns, Rittbergers, Wildts, Braungardts und Poth-Friedrichs nach dem endgültigen Abgang Russ-Scherers noch halten können.

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Heike Hänsel (MdB)

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